Glossar
Patch Tuesday (Microsoft-Patchday)
Patch Tuesday ist der feste monatliche Termin, an dem Microsoft gesammelt Sicherheitsupdates veröffentlicht: der zweite Dienstag jedes Monats, gegen 19 Uhr deutscher Zeit. An einem typischen Patchday erscheinen Fixes für 50 bis über 100 Schwachstellen quer durch Windows, Office, Exchange, Azure und weitere Produkte – darunter regelmäßig kritische Lücken und gelegentlich bereits aktiv ausgenutzte Zero Days. Der feste Rhythmus hat einen praktischen Grund: Admins können Wartungsfenster, Tests und Rollouts planbar organisieren, statt von unregelmäßigen Update-Veröffentlichungen überrascht zu werden. Viele andere Hersteller (etwa Adobe oder SAP mit dem Security Patch Day) haben sich dem Termin angeschlossen, sodass der zweite Dienstag faktisch der wichtigste wiederkehrende Termin im Kalender jedes IT-Teams ist. Bewährtes Vorgehen: Am Patchday die Advisory-Liste sichten und nach echtem Risiko filtern – zuerst alles, was bereits ausgenutzt wird (KEV, „Exploitation Detected“), dann kritische RCEs in extern erreichbaren Diensten, dann der Rest. Updates zeitnah in einer Testgruppe validieren und innerhalb weniger Tage flächig ausrollen; bei aktiv ausgenutzten Lücken auch außerplanmäßig sofort. Den seltenen, aber realen Fall fehlerhafter Updates fängt eine gestaffelte Verteilung ab. SecFeed bündelt die Meldungen jedes Patch-Zyklus im Patch-Tuesday-Tracker: Microsoft-Advisories zuerst, übrige Advisories des Zeitfensters separat, mit deutscher Zusammenfassung der Kernzahlen. Jeder Monat erhält eine dauerhafte Archiv-Seite – praktisch für Rückblicke und Compliance-Nachweise. Zwei Begriffe, die im Umfeld des Patchdays regelmäßig fallen: „Exploit Wednesday“ beschreibt das Phänomen, dass Angreifer die frisch veröffentlichten Patches analysieren und die geschlossenen Lücken ab dem Folgetag gegen ungepatchte Systeme einsetzen. „Out-of-Band-Update“ meint außerplanmäßige Notfall-Patches zwischen den Patchdays – Microsoft veröffentlicht sie nur bei akuter Gefahr, entsprechend ernst sind sie zu nehmen. Für die Planung hilft ein einfacher Monatsrhythmus: Dienstag sichten und priorisieren, Mittwoch bis Freitag Testgruppe, in der Folgewoche Flächenrollout – und für KEV-gelistete oder aktiv ausgenutzte Lücken eine definierte Abkürzung am selben Tag. So bleibt der Patchday planbare Routine statt Feuerwehreinsatz – und die seltenen echten Notfälle bekommen die volle Aufmerksamkeit, die sie verdienen.
Verwandte Begriffe
CVE (Common Vulnerabilities and Exposures) CVSS (Common Vulnerability Scoring System) EPSS (Exploit Prediction Scoring System) KEV (Known Exploited Vulnerabilities) NIS2 (EU-Richtlinie zur Netz- und…