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Glossar

Zero Day (0-Day)

Ein Zero Day ist eine Sicherheitslücke, die ausgenutzt wird, bevor der Hersteller einen Patch bereitstellen kann – er hatte sprichwörtlich „null Tage“ Zeit zum Reagieren. Der Begriff beschreibt damit ein Zeitfenster, nicht eine technische Eigenschaft: Dieselbe Lücke ist am Tag der Entdeckung ein Zero Day und drei Wochen später eine gewöhnliche, patchbare CVE. Man unterscheidet Zero-Day-Schwachstelle (die unentdeckte Lücke selbst), Zero-Day-Exploit (der funktionierende Angriffscode dafür) und Zero-Day-Angriff (der tatsächliche Einsatz gegen Ziele). Solche Exploits sind wertvoll – auf Graumärkten werden für Lücken in verbreiteten Produkten sechs- bis siebenstellige Summen gezahlt – und kommen deshalb zuerst gezielt zum Einsatz: gegen Behörden, Unternehmen mit wertvollen Daten oder als Erstzugang für Ransomware-Gruppen. Für die Verteidigung bedeutet ein aktiv ausgenutzter Zero Day: Es gibt noch keinen Patch, also zählen Workarounds. Hersteller-Advisories nennen meist Sofortmaßnahmen – Feature deaktivieren, Zugriff auf das Management-Interface einschränken, verwundbaren Dienst vom Internet nehmen. Danach: erhöhte Wachsamkeit in den Logs und den Patch am Erscheinungstag einspielen. Realistisch ist auch: Die meisten Unternehmen werden nicht über Zero Days angegriffen, sondern über längst bekannte, ungepatchte Lücken – solide Patch-Hygiene schlägt Zero-Day-Panik. SecFeed kennzeichnet Meldungen zu aktiv ausgenutzten Lücken (KEV, 0-Day-Hinweise aus Quellen wie der Zero Day Initiative) prominent, damit du das seltene, aber kritische Ereignis sofort erkennst und die Checkliste mit Sofortmaßnahmen findest. Begriffsverwandt, aber nicht identisch: Ein „N-Day“ ist eine bereits gepatchte Lücke, die weiter ausgenutzt wird, weil Systeme das Update nicht erhalten haben – in der Praxis die weitaus häufigere Angriffsform. Die „Time to Exploit“ schrumpft dabei seit Jahren: Zwischen Patch-Veröffentlichung und massenhafter Ausnutzung liegen oft nur noch Tage, weil Angreifer Patches rückwärts analysieren (Patch-Diffing). Die Konsequenz für Verteidiger: Der Patch-Dienstag ist auch der Start der Angreifer-Uhr. Wer kritische Updates für exponierte Systeme routinemäßig innerhalb von 48 bis 72 Stunden ausrollt, entzieht sowohl Zero- als auch N-Day-Angriffen den größten Teil ihrer Wirkung.

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Verwandte Begriffe

CVE (Common Vulnerabilities and Exposures) CVSS (Common Vulnerability Scoring System) EPSS (Exploit Prediction Scoring System) KEV (Known Exploited Vulnerabilities) NIS2 (EU-Richtlinie zur Netz- und…

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